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Stadtwerke erhöhen Energiekosten zum Jahreswechsel nur moderat

Billiger als viele Billigheimer

Die schlechte Nachricht zuerst: Auch die Stadtwerke werden wie die meisten Energieversorger zum Jahreswechsel die Preise für Strom und Erdgas anheben müssen. Jetzt aber die richtig gute Nachricht: Mit Netto-Erhöhungen von maximal 1,1 Cent pro Kilowattstunde kommen die Stadtwerkekunden mehr als glimpflich davon – gemessen an den Preiskapriolen, die sich gerade an den Energiemärkten abspielen. Und unter denen besonders die Anbieter leiden, die entgegen der Einkaufsstrategie der Steinfurter Stadtwerke bislang sehr kurzfristig Strom und Erdgas für ihre Kunden eingekauft haben.

„Wir profitieren jetzt extrem von unserem eigenen Risikomanagement“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer, ruft im Internet auf einem der bekannten Vergleichsportale die Stadtwerke-Konditionen für Erdgas auf und stellt sie einem der bisherigen Billiganbietern gegenüber. Ergebnis: Steinfurt ist jährlich um rund 600Euro preiswerter. Bei Strom stellt sich die Situation ähnlich dar.

Vertriebsleiter Tobias Wünnemann erklärt, warum der Steinfurter Versorger mit solchen moderaten Preiserhöhungen (brutto Erdgas 1,19 Cent pro Kilowattstunde,1,07 Cent/kWh bei Strom, 1,31 C/kWh bei der Strom-Grundversorgung) glänzen kann: „Wir haben sehr langfristig für unsere Kunden eingekauft.“ Das heißt, schon im vergangenen Jahr, als die Energiepreise noch im Keller waren, haben die Stadtwerke für die Jahre 2022 und 2023 ihren voraussichtlichen Bedarf gedeckt. Mit der Folge, dass es sogar im Bereich des Möglichen liegt, dass die Steinfurter Abnehmer unter der Hochpreiswelle hindurchtauchen können: Normalisieren sich die Abnahmekosten, kaufen die Stadtwerke wieder günstig ein und können auf Anpassungen verzichten. Ob das allerdings tatsächlich so eintreffen wird, keiner weiß es.

Viele Billiganbieter, so Rolf Echelmeyer, beschafften nach dem Schneeballsystem. Für jeden neuen Kunden werde das benötigte Jahreskontingent zugekauft. Mit der Folge, dass sich die Unternehmen an den Börsen bedienen müssten, egal, wie hoch gerade Erdgas und Strom gehandelt würden. Darum Preisänderungsschreiben, die auf einmal Erhöhungen von 100 Prozent auswiesen. Darum die Weigerung, neue Kundenanzunehmen. Darum die Einstellung der Versorgung. Darum erste Insolvenzen.

Rolf Echelmeyer und Tobias Wünnemann warnen in diesem Zusammenhang vor Neuverträgen mit versprochenen Bonuszahlungen. Als Beispiel klickt der Stadtwerke-Chef das Angebot eines Versorgers an, der fast 1000 Euro Prämie anbietet. Bei Kilowattstunden-Kosten, die dreimal so hoch wie der Durchschnitt sind, zahlt der Kunde trotzdem noch drauf.

Quelle: WN, 11.11.2021

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